Unsere Kirchengemeinde
Gemeindekonzeption
Eine Gruppe aus Kirchenältesten und Menschen aus den verschiedensten Bereichen unserer Gemeinde hat ein Jahr lang an der Gemeindekonzeption gearbeitet. Pfarrer Stefan Wolf von der Peter-Gläsel-Stiftung hat uns dabei beraten. Graphisch gestaltet wurde die Konzeption von Antje Borchers, die dem Ganzen ein modernes und ansprechendes Layout gegeben hat. Es erinnert bewusst an unsere Homepage. Anhand vieler schöner Bilder wird der einladende Charakter unseres Gemeindelebens betont.
Dass wir Menschen gut begleiten möchten - gerade in Zeiten in denen sich die Rahmenbedingungen kirchlichen Handelns ständig verändern - dies wird in der Konzeption fest geschrieben. Es wird deutlich, dass die Kirchengemeinde Heiden ein sehr großes Angebot für Menschen in allen Lebensphasen bereit hält. Dies wird vielfach ehrenamtlich geleistet. Gute Begleitung hat etwas mit Wertschätzung und Offenheit zu tun. Nicht wir wissen, was gut für die Menschen ist, sondern wir machen uns mit Menschen auf einen gemeinsamen Weg. Beispielhaft dafür ist für uns die Emmausgeschichte. Jesus macht uns dort vor, wie man vorsichtig und freundlich an die Seite von Menschen treten kann.
Die Konzeption ist bewusst kein dickes, schwer zu lesendes, Buch. Auf wenigen Seiten entfaltet sie anschaulich unseren Leitgedanken.
Damit sich dieser Gedanke immer wieder neu bei uns durchsetzt und nicht irgendwann „im Schrank verstaubt", haben wir uns etwas Weiteres vorgenommen. Jahr für Jahr stellen wir einen anderen Bereich unseres Gemeindelebens in den Mittelpunkt.In diesem Jahr ist es die Kirchenmusik. Im nächsten Jahr fragen wir an anderer Stelle nach, was denn gute Begleitung bedeutet. Da kann die Jugendarbeit ein Programm entwerfen oder wir legen einen Schwerpunkt auf die Besuchsdienstarbeit oder die Gottesdienste oder die Frauenarbeit... Jahr für Jahr erfährt unser Kernthema auf diese Weise eine Aktualisierung. Das wird uns anregen und gut tun.
Wir freuen uns, dass das Konzept nun fertig gestellt ist und bedanken uns bei allen, die diesen Prozess mit vollzogen haben.
Die Broschüre können Sie im Gemeindebüro erhalten oder hier herunterladen
Geografie der Gemeinde
Die Kirchengemeinde Heiden ist Teil der evangelischen Lippischen Landeskirche und liegt im Dreieck zwischen den lippischen Städten Detmold, Lage und Lemgo. Im Osten Nordrhein-Westfalens. Zur Gemeinde gehören die Lagenser Ortsteile Heiden, Hedderhagen, Heßloh und der alte Teil von Hardissen, die Detmolder Ortsteile Bentrup-Loßbruch, Nienhagen, Niewald, Öttern-Bremke und der Lemgoer Ortsteil Rosengarten.
Gemeindemitglieder / Konfession
Die Kirchengemeinde Heiden ist vom Bekenntnis her evangelisch-reformiert (wie die Lippische Landeskirche). Diese Konfession geht auf die Reformation von Ulrich Zwingli und Philipp Melanchthon zurück. Zur Gemeinde gehören insgesamt ca. 2400 Gemeindeglieder: "evangelisch-reformierte" Christen, Christen, die sich als "evangelisch" verstehen, aber in der Regel auch die "evangelisch-lutherischen" Christen, die in dem Gemeindegebiet wohnen.
Aus der Geschichte
(vgl. Buch: Dorfkirche Heiden von Burkhard Meier, im Gemeindebüro erhältlich)
An der Wende vom 8. zum 9. Jahrhundert "missionierte" der fränkische König Karl der Große die Sachsen gewaltsam, die er u.a. in der Schlacht bei Theotmali (Detmold) 783 besiegte: Missionssprengel und Kirchspiele wurden entlang der sächsischen Gaue eingerichtet. Nach einer Bevölkerungszunahme im 9. Jahrhundert kam es zu einer zweiten Welle von Kirchgründungen, zu denen Heiden zu zählen ist (früher "Hethe").
Bereits um die erste Jahrtausendwende stand an der jetzigen Stelle eine einschiffige Saalkirche, eine der größten in dieser Gegend (Fundamente 1970 entdeckt). Als möglicher Gründer kommt Bischof Meinwerk von Paderborn in Betracht. Die Kirche war nach den Schutzpartonen St. Peter und Paul benannt. Nach und nach nahm die Bevölkerung im Gebiet der Kirchengemeinde zu, sodass die Kirche in vier nachfolgenden Bauperioden bis zur heutigen gotischen Hallenkirche erweitert wurde.
In der Reformationszeit wurde die Kirchengemeinde zunächst für kurze Zeit lutherisch (spätestens seit 1567). Dann führte Graf Simon VI für Lippe das reformierte Bekenntnis ein, das in Heiden spätestens seit 1609 gilt.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde auch Heiden von plündernden Truppen heimgesucht. Die Bevölkerung selbst fand allerdings Schutz in der Heidener Wehrkirche und auf dem von einer Mauer umgebenen Kirchplatz. Später siedelten sich hier die "Kirchhöfner" an, die ihre Häuser im Halbkreis um die Kirche errichteten.
Eng verbunden mit der Kirchengemeinde war das Schulwesen. In Heiden unterrichtete der Küster und der Kantor der Gemeinde ("Küster-" und "Kantorschule"). Dazu kamen "Nebenschulen" in den anderen Ortsteilen.
In der Zeit des dritten Reiches leistete die Kirchengemeinde keinen nennenswerten Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Die Gemeinde gehörte weder den ‘Deutschen Christen' noch der ‘Bekennenden Kirche' an und nahm auch an den Feierlichkeiten anlässlich der Wahl Heidens zum ‘nationalsozialistischen Musterdorf' teil. Im weiteren Verlauf wurden Jugend- und Frauengruppen zwangsweise in nationalsozialistische Organisationen überführt. Als ein bewusster Akzent gegen die Übermacht nationalsozialistischen Gedankengutes erscheint allerdings die Neugründung des Kirchenchores 1937.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden immer wieder einzelne Gemeindeteile selbstständig oder anderen Kirchengemeinden zugeordnet: Klüt-Dehlentrup, Jerxen-Orbke, Pivitsheide VH und 1994 die neue Siedlung in Hardissen. Heute ist die Kirchengemeinde in 2 Pfarrbezirke eingeteilt. Sie werden mit einer halben und mit einer dreiviertel Pfarrstelle betreut.
Unsere Kirchengemeinde
Unsere evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Heiden ist eine volkskirchlich orientierte, offene und tolerante Gemeinde, die die christliche Botschaft in den verschiedensten Bereichen erlebbar machen möchte. Eine Vielzahl von Kreisen und Gruppen für alle Altersstufen und verschiedene Interessen bilden das Gemeindeleben. Meist treffen sie sich in unseren kirchlichen Gebäuden in Heiden, zum Teil aber auch in der Alten Schule in Bentrup.
Unser Gottesdienst sonntags um 10 Uhr mit anschließendem Kirchkaffee (außer an bestimmten Feiertagen und in den Ferien) bildet dabei ein gemeinsames Zentrum, zu dem alle herzlich eingeladen sind. Am letzten Sonntag im Monat laden wir auch zu einer extra Kinderkirche für Kinder und ihre Eltern, Großeltern usw.. um 11.30 Uhr ein. Besondere Familien-, Krabbel-, Tauf- und Abendmahlsgottesdienste finden ebenfalls statt.
Im Anschluss an die Gottesdienst laden wir zum Kirchkaffee ein. Dort ist Zeit zum Gespräch oder zum Nachklingen lassen der Predigt. Manche neue Idee wird hier geboren. Jung.und.Alt begegnen sich zwanglos.
Durch besondere Aktionen, die oft unter einem bestimmten Jahresmotto stehen, machen wir neugierig auf uns. Wir gehen auf Menschen zu, für die der Kontakt zu Glaube und Kirche nicht selbstverständlich ist. Außerdem versuchen wir, am Leben in unseren Dörfern regen Anteil zu nehmen, sowie uns in bestimmten sozialen Bereichen (Besuchsdienst, Kirchenasyl, ökumenische Partnerschaften) zu engagieren.
Im "Alten Pfarrhaus Heiden" ( mit Wohnteil rechts) finden die meisten Gemeindeveranstaltungen für Erwachsene, Chöre sowie Krabbel- und Spielkreise statt. Feste und besondere Gottesdienste wie der Weltgebetstag werden dort gefeiert. Die Vereine des Dorfes nutzen das Haus für ihre Jahreshauptversammlungen.
Die "Alte Schule Bentrup" ist der Ort für unsere Gemeindeaktivitäten in Bentrup-Loßbruch. Die Jugendarbeit hat dort schöne Räumlichkeiten erhalten und genießt hier ihren offenen Treff. Einmal im Monat feiern wir in Bentrup-Loßbruch Gottesdienst. Frauenkreise und Kindergruppen sind hier aktiv. Das Seniorencafé Alte Schule ist ein beliebter monatlicher Treffpunkt mit unterschiedlichen Themen.
Der Kindergarten hat eine lange Tradition. Schon früh (1868) unterhielt die Kirchengemeinde auf Anregung der Fürstin Pauline eine Kinderbewahranstalt nah der alten Dorfkirche. 1973 wurde dieses moderne Gebäude eingeweiht. Mittlerweile werden dort Kinder im Alter von 0-6 Jahren in vier Gruppen betreut. Der Kindergarten entwickelte sich zum Familienzentrum.
Das "Jugendheim" ist ein "Kleines Haus der offenen Tür" für Jugendliche mit 12 Öffnungsstunden. Darüber hinaus finden hier Kinder- und Jugendgruppen, der Konfirmandenunterricht sowie die Proben des Posaunenchores statt.