Ev.-ref. Kirchengemeinde Heiden
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Partnerschaften

Parochie Wörpen

Geschichte der Partnerschaft
Diese Partnerschaft mit der Parochie Wörpen besteht offiziell seit 1990. Um die Zeit der Wende hatten die Pfarrer Bernhard (Wörpen) und Krohn-Grimberghe (Heiden) über die Kirchentagsarbeit Kontakt bekommen. Ein wichtiger Schritt der Verständigung zwischen Ost und West. In einem Zeltgottesdienst auf dem Heidener Dorffest 1990 wurde die Partnerschaft offiziell besiegelt. An beiden Orten erinnern heute noch persönlich gestaltete Vasen an dieses Ereignis.

Ein Schwerpunkt der Partnerschaftsarbeit war immer der Kontakt zwischen den jeweiligen Kirchenchören. Es gab etliche gemeinsame Projekte, Proben, Konzerte. Besuche gingen hin und her, private Freundschaften entwickelten sich. Gewisse Ermüdungserscheinungen gab es aber nach fast 10 Jahren auch.

Neuen Auftrieb erhielt die Partnerschaft in letzter Zeit durch die Gründung jeweils einer Partnerschaftsgruppe in beiden Gemeinden.


Die Martinsgemeinde Wörpen

Bis vor kurzem waren es 8 selbständige kleine Gemeinden, die als "Parochie Wörpen" von einem Pfarrer (Martin Bahlmann) betreut wurden. Am 3. April 2005 haben sich alle 8 zu einer einzigen Gemeinde zusammengeschlossen, der "Evangelischen Martinsgemeinde Wörpen" mit insgesamt etwa 700 Gemeindegliedern. Seit Pfarrer Martin Balmann ins Jugendpfarramt gewechselt ist, wird die gesamte Martinsgemeinde von der Kirchengemeinde Coswig mit betreut.

Unsere Partnergemeinde liegt auf dem Gebiet von 8 Dörfern, die höchstens jeweils 5 km auseinanderliegen. Sie gehört zur Anhaltinischen Landeskirche in Bundesland Sachsen-Anhalt. Die Gegend ist ländlich geprägt und landschaftlich reizvoll.


Die einzelnen Dörfer der Gemeinde
Köselitz
hat 192 Einwohner und ist wegen seiner eigenen Autobahnabfahrt vielleicht für Fremde am bekanntesten. Die Gemeinde hat dort eine Feldsteinkirche, umgeben von einem Friedhof, sowie ein "Konfirmandenhaus", das z.B. für Jugend-Wochenenden geeignet ist.

In Wörpen beeindruckt die St. Martinskirche, ein rechteckiger Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert. 1991 wurde sie grundlegend restauriert. In Wörpen liegt auch das Pfarrhaus und der Sitz der Parochie. Einen Kindergarten mit Krippe für 24 existiert ebenfalls. Wörpen hat zusammen mit den Ortsteilen Wahlsdorf und Hubertusberg insgesamt 281 Einwohner.

Wahlsdorf hat ebenfalls eine eigene Kirche, die in ihren Ursprüngen auf die Christianisierung unter Albrecht dem Bären zurückzuführen ist.

In Möllensdorf bestimmt die Kirche seit den Anfängen der Siedlung um 1200 an einem Wasserlauf das Bild. Über eine Grabstelle im Altarraum erzählt man sich, hier sei der gefürchtete Raubritter Michel vom Michelsberg bestattet.

In Cobbelsdorf als einem etwas größeren Ort dieser Gegend leben 741 Einwohnern. Hier liegen wichtige Infrastruktureinrichtungen für die umliegenden Dörfer. Die Kirche hier ist ein Klinkerbau mit Turm und Friedhof im Eigentum der Gemeinde.

Das Dorf Pülzig ist ein Ortsteil von Cobbelsdorf mit ca. 100 Einwohnern. Auch hier existiert eine Kirche im Klinkerstil mit einem Friedhof darum.

Senst wird erstmals 1275 erwähnt. Bis in diese Zeit reichen auch die Ursprünge der heutigen Feldstein-Kirche zurück. Sie ist jüngst grundlegend renoviert worden und bei einem Fest der Gemeinde wieder übergeben worden.

Göritz hat 65 Einwohnern. Seine neugotische Backsteinkirche stammt aus dem Jahr 1879.

 

Die Gemeindepartnerschaft lebt von vielen fröhlichen Begegnungen, sei es zwischen den beiden Kirchenchören, auf Gemeindefreizeiten oder bei gemeinsamen Kirchenvorstandstagungen. Gemeinsames Essen, Singen und Gottesdienst feiern verbindet.

Kirche in Senst Besuch bei der Partnergemeinde in Wörpen
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Ref. Kirchengemeinde Orlando (Südafrika)

Südafrika
Seit dem Jahr 1999 verbindet die Kirchengemeinde Heiden eine Partnerschaft mit der Kirchengemeinde Orlando in Johannesburg/ Soweto. Am 18. Juni 2000 wurde sie von einer Orlandoer Delegation hier in Heiden offiziell besiegelt. Seither hat es mehrere gegenseitige Partnerschaftsbesuche gegeben. Das gegenseitige Verständnis füreinander ist gewachsen. Ziel der Partnerschaft ist es, den Blick für den jeweils anderen, aber auch den Blick auf das eigene Gemeindeleben zu schärfen und geschwisterlich aneinander Anteil zu nehmen. Dazu haben sich in beiden Gemeinden Partnerschaftsgruppen gebildet, die für alle Interessierten offen sind. In diesen Gruppen werden Aktionen vorbereitet, die über Land und Leute informieren und Gemeinschaftserlebnisse fördern. Ein Höhepunkt dieser Arbeit war gewiss der Besuch des Orlandoer Youth Choirs im Jahr 2003. Ca. 20 Jugendliche haben uns und viele andere Lippischen Gemeinden mit ihrer Musik und ihrem Temperament beeindruckt. Die Partnerschaft wesentlich vertieft hat schließlich der dritte Besuch der Orlander Gäste. Er stand erstmals unter einem gemeinsamen Thema (Christianity in a secular world) und diente damit der gegenseitigen Gemeindeberatung.

Ansprechpartnerin: Brigitte Fenner (Pfarrerin)

Der Stadtteil Orlando (Johannesburg)
Orlando, der älteste Teil Sowetos, ist heute ein Stadtteil von Johannesburg. Er entstand 1933, als die schwarzen Südafrikaner aus den "weißen" Städten verbannt wurden und in Townships am Rande siedeln mussten.

Im Laufe der Jahrzehnte kamen nach und nach immer mehr Townships hinzu, so dass Soweto selber heute über 2 Millionen Einwohner zählt. Seit dem Ende der Apartheid ist Orlando (und ganz Soweto) auch offiziell ein Stadtteil Johannesburgs. Orlando gilt als die Wiege des Widerstandes gegen das Apartheidssystem. Viele maßgebliche Personen des Anti-Apartheid-Kampfes stammen aus diesem Stadtteil, z.B. Nelson Mandela ebenso wie Bischof Tutu.

Gemeinde Orlando
Die reformierte Gemeinde in Orlando wurde 1947 selbständig, die erste Kirche entstand 1937. Die Gemeinde hat heute etwa 500 eingetragene Mitglieder, zu denen die Kinder noch hinzugerechnet werden müssen.

Ein für deutsche Verhältnisse großer Teil der Gemeindeglieder ist in verschiedenen Kreisen aktiv bzw. besucht den Gottesdienst regelmäßig. Es gibt Gruppen für Frauen, Jugendliche, Junge Erwachsene, einen Chor, den Kirchenvorstand. Vor allem aber sind es die Gottesdienste am Sonntag, und dabei besonders die Abendmahlsgottesdienste, in denen man sich trifft. Hier treten auch die einzelnen Gruppen mit musikalischen Beiträgen - besonders mehrstimmiger Gesang - auf.

Zur Kirchengemeinde gehören zwei Kirchengebäude im Westen und im Osten Orlandos. Das Gemeindezentrum im Osten mit Kirche, Büro und Pfarrhaus wurde Ende der 80'er Jahre auch mit Mitteln aus Lippe erbaut. Es bietet Raum für viele Aktivitäten nicht nur der Kirchengemeinde. Auch viele Gruppen treffen sich hier, die das Leben im Stadtteil allgemein fördern Pfarrer der Gemeinde ist Reverend Zach. Mokgoebo, der im Herbst 1999 auf Durchreise in Heiden war. Der Leiter der Delegation, die uns im Juni 2000 besuchte, ist Bereng Qakisa, der ehrenamtliche "Secretary" des Kirchenvorstands, eine Art stellvertretender Vorsitzender mit Verwaltungsaufgaben.

Die Gemeinde und die Apartheid
Die Gemeinde Orlando war einbezogen in den Widerstand gegen die Apartheid. So erzählten unsere südafrikanischen Gäste im Juni 2000 lebhaft vom Aufstand der Schüler/innen am 16. Juni 1976 in Soweto, dessen Jahrestag in die Zeit des Besuches fiel. In der Folgezeit wurden immer wieder Jugendliche in der Gemeinde vor der Polizei versteckt. Die Gemeinde, und besonders auch Pfarrer Tema (der Vorgänger des jetzigen Pfarrers Mokgoebo) und einige Kirchenälteste waren aktive Mitglieder des "Beleydene kring" (Bekennender Kreis), einer Anti-Apartheid-Organisation innerhalb der reformierten Kirchen, die in Anlehnung an die "Bekennende Kirche" in Nazideutschland benannt wurde.

Kleine südafrikanische Kirchengeschichte
Die Kirchengemeinde Orlando ist Mitglied der "Uniting Reformed Church in Southern Africa (URCSA)" (auf Deutsch: sich vereinigende reformierte Kirche im südlichen Afrika). Diese Kirche entstand 1994 nach Ende der Apartheid durch das Zusammenwachsen der ehemaligen "Nederduits Gereformeerde Sending Kerk (NGSK)" für Farbige und der Nederduits Gereformeerde Kerk in Afrika (NGKA)" für Schwarze. Davor waren auch die reformierten Kirchen getreu der Apartheids-Ideologie nach Hautfarbe getrennt. Basis für die Vereinigung der ehemaligen "farbigen" und der "schwarzen" Kirche ist das Bekenntnis von Belhar von 1986, in dem aus biblischer Sicht der Rasseideologie ausdrücklich widersprochen wird. Die "Mutterkirche", die weiße "Nederduits Gereformeerde Kerk (NGK)" verweigert nach wie vor die Kirchengemeinschaft mit Nichtweißen Reformierten.

Der Stadtteil Orlando (Johannesburg) Gemeinde Orlando Eindrücke aus den Partnerschaftsbegegnungen
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