Ev.-ref. Kirchengemeinde Heiden
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Gedanken für den Tag

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen (Apg 5,29) Monatsspruch für Juni

„Mit Eurer Konfirmation betretet ihr den Raum der christlichen Freiheit", so wurde es den Konfirmandinnen und Konfirmanden in diesem Jahr mit auf den Weg gegeben. Schließlich hatten sie sich mit Martin Luther und seinen Thesen zur Freiheit eines Christenmenschen intensiv auseinandergesetzt. Zu dieser Freiheit gehört es, dass wir unsere Entscheidungen im Dreieck zwischen Ich und Du und Jesus Christus treffen. Unser freier Wille zählt. Aber er ist nicht grenzenlos und selbstsüchtig frei. Die Bedürfnisse und Ansichten meines Nächsten sind ebenso wichtig und fordern Respekt. Mein Gewissen ist zudem gebunden an Gottes Wort. Was er von mir verlangt, das wurde im Leben, in der Liebe und im Leiden Jesu sichtbar. Jesus steht wo Gott steht. Christinnen und Christen stehen, wo Gott steht. So heißt es im südafrikanischen Bekenntnis von Belhar. Oder wie es in der Zeitschrift Publik Forum heißt: „Wer Menschen demütigt, spuckt in das Antlitz Gottes."
   Was bedeutet dies nun in so einem aufregenden Wahljahr 2017? Wo stehen wir als Christinnen und Christen und was ist speziell unser Beitrag der Kirchen für den Erhalt von Freiheit, Menschenwürde und Demokratie? Als Kirche werden wir fragen: Wer leidet bei uns und in der Welt? Warum leidet er? Wer verursacht dieses Leiden? Wenn nun der Staat oder eine Partei von uns verlangt, uns wissentlich an den Ursachen von Leid und Verfolgung zu beteiligen, dann werden wir Gott mehr gehorchen als den Menschen. Und wir werden die Antworten der Parteien daraufhin befragen, ob sie den Schutz der Schwächsten in den Vordergrund stellen.

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