Ev.-ref. Kirchengemeinde Heiden
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Gedanken für den Tag

„Suche Frieden und jage ihm nach!" - Jahreslosung für 2019

„Du hast auf dein Handy geschaut, ich darf mir was wünschen!" kreischt die Studentin fröhlich. Und dann beginnt sie zu überlegen: Soll sie ihre Mitbewohnerin um eine Schultermassage bitten? Oder darum, später einen Milchkaffee spendiert zu bekommen? Denn in der Wohngemeinschaft gilt die Regel: Beim gemeinsamen Essen ist der Blick auf das Mobiltelefon streng verboten. Wer hier eine kleine Lieblosigkeit begeht, muss diese durch eine größere Geste der Fürsorge wieder wettmachen.
   „Suche Frieden und jage ihm nach!" Als ich die Jahreslosung für 2019 las, musste ich an eine Eichhörnchenjagd im Wald denken: Vater und Tochter lauern dem winzigen Tier auf, um dann lachend hinterher zu flitzen, wenn es versucht, eine Walnuss vor den Verfolgern zu verstecken. Was unseriös klingt, ist ernst gemeint: Ich glaube, dass es mit Fröhlichkeit und Vergnügen leichter fällt zu beobachten, wie Frieden entsteht und unter welchen Bedingungen er sich entfalten kann.
   Jahreslosungen gibt es seit 1934. Der Vorsitzende des evangelischen Reichsverbands weibliche Jugend, Otto Riethmüller, führte sie ein, um Naziparolen etwas entgegen zu setzen. Die erste Losung lautete: „Ich schäme mich des Evangeliums von Jesus Christus nicht." Das Jahr 2019 ist auch das Karl Barth-Jahr. Karl Barth war, wie Riethmüller auch, Theologe der Bekennenden Kirche, die sich gegen die Ideologie der Nationalsozialisten auflehnte. Der Bekennenden Kirche war es wichtig, Jesus Christus in das Zentrum des Lebens und Glaubens zu stellen.
Vielleicht schaffen wir es, in diesem Jahr beides miteinander zu verbinden? Fröhlich und kreativ Wege zu suchen, um unser Zusammenleben im Großen wie im Kleinen friedlicher zu gestalten. Und das aufrichtige Interesse, Jesus Christus in seiner heilsamen Macht in das Zentrum unseres Denkens und Handelns zu stellen. Ein gesegnetes und friedliches Jahr 2019 wünscht Ihnen        
                               Annette Müller

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