Ev.-ref. Kirchengemeinde Heiden
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Gedanken für den Tag

Freiheit


    Wer kann sich nicht an die Bilder vom 9. November vor 25 Jahren erinnern, als in Berlin die Mauer fiel und sich überall die Menschen in den Armen lagen, ihr Glück kaum fassen konnten. Nach so viel Leid, das sich in Deutschland ebenfalls mit diesem Datum verbindet - erinnert sei nur an die Reichsprogromnacht am 9. November 1938 - schien sich eine neue Phase des Miteinanders anzukündigen; nicht nur bei uns, sondern weltweit. Im November diesen Jahres sieht vieles ganz anders aus.
    Gewiss:  Die Deutsche Einheit empfinde ich nach wie vor als ein großes Geschenk! Zugleich erschrecken die Nachrichten, die uns in diesem Herbst erreichen. In vielen Teilen dieser Erde herrscht Gewalt, Krieg, werden Menschen getötet, verfolgt und drangsaliert. Viele Frauen, Männer und Kinder sind deshalb auf der Flucht. Setzen ihr Leben aufs Spiel, um in Sicherheit zu gelangen. Auch zu uns nach Deutschland gelangen daher viele Flüchtlinge. Das ist ohne Frage eine große Herausforderung, die nicht immer reibungslos verläuft. Zugleich löst es in mir Scham aus, dass ausgerechnet „Wachleute" in Flüchtlingsunterkünften den traumatisierten Menschen neue Gewalt antun. Das kann und darf nicht sein, gerade vor dem Hintergrund unserer deutschen Geschichte, in der auch wir auf Hilfe von Außen angewiesen waren und wir dieser Unterstützung vieles verdanken.
    Deshalb: Bei allem, was wir im Blick auf die Menschen, die bei uns eine sichere Bleibe suchen, denken und tun, sollten wir die Weisung des Monatsspruches für den November nicht vergessen: Lernt Gutes tun! Sorgt für das Recht! Helft den Unterdrückten! Verschafft den Waisen Recht, tretet ein für die Witwen! (Jes. 1, 17) Sorgen wir dafür, dass zumindest bei uns der positive Geist des 9.11.1989  weiterlebt... für „Alle", die heute in Deutschland leben!  In diesem Sinne grüßt Sie Ihr
Gerald Klaassen

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