Ev.-ref. Kirchengemeinde Heiden
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Gedanken für den Tag

„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken!“ (Mt 11,28)

Eine Frau mittleren Alters macht vorsichtige Gehversuche auf dem Laufband. Sie bewegt sich, als hätte sie einen Schlaganfall hinter sich. Eine junge Frau mit Kopftuch strampelt auf dem Laufrad. Ein sonnengebräunter Rentner in kurzen Hosen hält ein Schwätzchen, während er an der Beinpresse ein Gewicht nach oben drückt. Früher habe ich gerne über Fitnessstudios gelästert. Heute weiß ich: Viele, die angeschlagen zum Reha- oder Kraftsport kommen, gehen gestärkt und erfrischt wieder nach Hause. Der Wochenspruch für die erste Juliwoche bringt Jesus Christus ins Spiel als einen, der wohltuend ist. Gerade, wenn die Urlaubszeit bevorsteht, sind viele ausgepowert. Da tut es gut zu hören: „Leg deine Last ab. Ich will dir etwas Gutes tun!" Jesus sagt von sich selbst: „Ich bin der gute Hirte". Das bedeutet: An ihn können wir auch mal Verantwortung abgeben und es für einige Zeit gut sein lassen mit dem Sorgen und Kümmern und Rennen.Egal, ob Sie in den Ferien weg fahren oder zu Hause bleiben, für die Sommermonate wünsche ich Ihnen, dass Sie körperlich ausruhen dürfen und geistig abschalten können. Und vielleicht finden Sie dazu auch einen Ort, an dem Sie geistlich auftanken können? Mögen Sie in diesem Sommer so viel Gemeinschaft erleben, wie Ihnen gut tut und so viel Stille, wie Sie ersehnen.
Ihre Annette Müller

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„Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir“ (2 Sam 7,22)

„Gott ist wie die Sonne", sagt Timo. Julia findet, dass Gott eher wie ein Lichtstrahl ist, der überall hingelangt. Anders sieht es Anna: „Er ist wie ein Mann mit einem langen Bart." Und Marc meint: „Ich glaube, dass Gott wie eine Hand ist, die alles erschaffen hat und beschützt."
   Gottesbilder von Kindern sind unterschiedlich - genauso wie die von Erwachsenen. Ob Gott männlich oder weiblich gedacht wird, gegenwärtig oder abwesend, liebend oder strafend ist, all das ändert sich immer wieder im Laufe des Lebens und der eigenen Entwicklungen. Mit einer neuen Perspektive, wie durch die Geburt eines Kindes oder einen Schicksalsschlag, kann sich das Gottesbild radikal ändern. Manchmal ist es auch ein schleichender Prozess, wo man erst nach einiger Zeit merkt, dass etwas anders geworden ist. Auch die biblischen Gottesbilder sind unterschiedlich: Da wird Gott gesehen als Hirte, König, Richter, Mutter oder auch als liebend, eifersüchtig, bestrafend oder verzeihend. Ist das denn alles ein Gott?
„Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir"
(2 Sam 7,22).
Gottesbilder sind Bilder, die sich die Menschen von Gott machen und deswegen sind sie so vielfältig wie die Menschen selbst. Und doch bleibt im Glauben eines gewiss: Dieser Gott, den wir uns so verschieden vorstellen, ist der eine Gott, der sich Israel offenbart hat und der in Jesus Christus Mensch geworden ist. So haben schließlich alle menschlichen Bilder Platz in seiner Einheit, seiner Einzigkeit und in seiner Unverwechselbarkeit.
Judith Filitz

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Jesus Christus spricht: Ich bin bei euch alle Tage...

Gott ist immer bei uns. Sind wir auch immer bei ihm?
Ich befinde mich mit meinen Konfirmanden im Jugendfreizeitzentrum Kirchberghof, das einen christlichen Hintergrund hat und es auf charmante Weise zeigt. Auf die Türen der Schlaftrakte sind Cartoons gemalt. Unter anderem dieser. Ein Kind an der Hand seiner Mutter, die es zielstrebig vorwärtstreibt. Es fragt: Mama, habe ich 10 Minuten Zeit für Gott?
Man rate, wie die Situation weitergehen könnte.
1)  Die Mutter sagt:10 Minuten für Gott? Wo sollen wir die denn noch hernehmen?
2)  Die Mutter sagt: Gott? Ups, den hab‘ ich ja ganz vergessen. Gibt es den auch noch?
3) Die Mutter sagt: Du, wenn wir nach Hause kommen, dann machen wir es uns gemütlich. Du holst deine Kinderbibel, ich zünde uns ein Licht an und dann lese ich dir vor. Und dann überlegen wir zusammen, für was wir heute alles Danke sagen können.
Vermutlich wüssten wir alle, wie wir selbst jetzt gerne geantwortet hätten. Was hindert uns aus diesem Konjunktiv, aus dem uns so oft begleitenden „hätte, wäre, wollte" ein „Ich tue es" zu machen? Und zwar nicht nur für unsere Kinder, sondern ganz egoistisch auch für uns selbst. Das ist gar nicht so schwer und tut uns selber gut. Gott wartet schon auf uns, denn er ist ja immer da.
Es grüßt Sie herzlich,
                                       Ihre Brigitte Fenner

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„Suche Frieden und jage ihm nach!" - Jahreslosung für 2019

„Du hast auf dein Handy geschaut, ich darf mir was wünschen!" kreischt die Studentin fröhlich. Und dann beginnt sie zu überlegen: Soll sie ihre Mitbewohnerin um eine Schultermassage bitten? Oder darum, später einen Milchkaffee spendiert zu bekommen? Denn in der Wohngemeinschaft gilt die Regel: Beim gemeinsamen Essen ist der Blick auf das Mobiltelefon streng verboten. Wer hier eine kleine Lieblosigkeit begeht, muss diese durch eine größere Geste der Fürsorge wieder wettmachen.
   „Suche Frieden und jage ihm nach!" Als ich die Jahreslosung für 2019 las, musste ich an eine Eichhörnchenjagd im Wald denken: Vater und Tochter lauern dem winzigen Tier auf, um dann lachend hinterher zu flitzen, wenn es versucht, eine Walnuss vor den Verfolgern zu verstecken. Was unseriös klingt, ist ernst gemeint: Ich glaube, dass es mit Fröhlichkeit und Vergnügen leichter fällt zu beobachten, wie Frieden entsteht und unter welchen Bedingungen er sich entfalten kann.
   Jahreslosungen gibt es seit 1934. Der Vorsitzende des evangelischen Reichsverbands weibliche Jugend, Otto Riethmüller, führte sie ein, um Naziparolen etwas entgegen zu setzen. Die erste Losung lautete: „Ich schäme mich des Evangeliums von Jesus Christus nicht." Das Jahr 2019 ist auch das Karl Barth-Jahr. Karl Barth war, wie Riethmüller auch, Theologe der Bekennenden Kirche, die sich gegen die Ideologie der Nationalsozialisten auflehnte. Der Bekennenden Kirche war es wichtig, Jesus Christus in das Zentrum des Lebens und Glaubens zu stellen.
Vielleicht schaffen wir es, in diesem Jahr beides miteinander zu verbinden? Fröhlich und kreativ Wege zu suchen, um unser Zusammenleben im Großen wie im Kleinen friedlicher zu gestalten. Und das aufrichtige Interesse, Jesus Christus in seiner heilsamen Macht in das Zentrum unseres Denkens und Handelns zu stellen. Ein gesegnetes und friedliches Jahr 2019 wünscht Ihnen        
                               Annette Müller

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