Ev.-ref. Kirchengemeinde Heiden
Kirchplatz 8, 32791 Lage +49 5232 66266

Gedanken für den Tag

Jesus antwortete: „Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.“ (Lukas 19,40 - Monatsspruch für März)

Jesus reitet auf einem jungen Esel nach Jerusalem und wird dort mit großem Hallo begrüßt: „Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!" Einige Pharisäer wollen diese Ausrufe unterbinden, daraufhin sagt Jesus den Satz oben.
   Die Passionszeit hat begonnen und wir fragen: Wie war das mit dem Leidensweg Jesu? Und was sagt Gott zum Leiden unserer Zeit heute?
 „Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich erwog von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen", heißt es im Lied EG 91. Daran musste ich denken, als ich von einem Bußgottesdienst für Ärzte hörte. Während der ersten Welle der Corona-Pandemie bekannte ein Klinikleiter: „Wir werden so oft schuldig! Wir versuchen unser Bestes in der Rettung der Patienten, aber oft schätzen wir die Lage falsch ein. Menschen sterben uns unter den Händen weg! Wir kommen mit dieser Last nicht mehr zurecht!" Ärztinnen, Ärzte und Pflegende haben in diesem Gottesdienst ihre Überforderung benannt. Und sie haben vom Schicksal Jesu gehört: Er ist mitten rein gegangen in Leid und Schuld, zur Ehre Gottes und zum Wohl der Menschen.
   Aus meiner Sicht sind die, die im Gesundheitswesen arbeiten, Heldinnen und Helden unserer Tage. Sie helfen, Leid zu verhindern und zu lindern. Sie stehen Kranken bei und gehen dabei weit über ihre Belastungsgrenze hinaus. Ihnen gebührt tiefer Respekt und eine faire Bezahlung!
   Ich kann nicht behaupten, dass ich komplett verstanden habe, was es mit dem Leidensweg Jesu auf sich hat. Aber mich überzeugt, was Pfarrerin Dörte Vollmer sagt: „Das Kreuz ist ein Ort, zu dem wir hinkommen können und abladen, was uns belastet. Da sind wir gut aufgehoben und da ist das, was uns belastet, auch gut aufgehoben."
Gott befohlen!                          Ihre Annette Müller

Nach oben