Ev.-ref. Kirchengemeinde Heiden
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Gedanken für den Tag

Geh aus mein Herz...

„Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben. Schau an der schönen Gärten Zier
und siehe. wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben,
sich ausgeschmücket haben.

Hilf mir und segne meinen Geist
mit Segen, der vom Himmel fleußt,
dass ich dir stetig blühe.
Hilf, dass der Sommer deiner Gnad
in meiner Seele früh und spat
viel Glaubensfrüchte ziehe, viel Glaubensfrüchte ziehe."
(EG 503, 1 und 13)
   Der nahe Sommer ist eine Wohltat - und Gott ist ein Künstler. In den Gärten wetteifern die Rhododendronbüsche um den schönsten Farbton zwischen Rosa und Violett. An den Straßenrändern blühen die Margeriten mit großen Köpfen und in den Kübeln die mit den kleinen. Nach einem Schauer schießen die eingesäten einjährigen Blumen um gefühlte zehn Zentimeter in die Höhe. Die Akelei hat sich ordentlich ausgesät im Beet, und das Unkraut sprießt ebenso, die Vogelmiere und der Giersch.
   Wenn „Geh aus mein Herz" gesungen ist, weiß ich, dass wir uns mitten in der Jahreszeit befinden, in der mir alles leichter und froher erscheint. Die Leute um mich herum sind gesünder. Ich selbst freue mich über jede Minute, in der ich ein paar Schritte durch meinen Garten gehen kann, um zu schauen, welche Blüten neu aufgegangen sind. Ich sammele ein paar Blattläuse von einer Rosenknospe, dünge hier eine Topfpflanze und schneide dort ein paar Stängel Schnittlauch für das Abendbrot.
   Gibt es so etwas wie seelische Vitamine? Falls dem so ist, enthält das Sommerlied von Paul Gerhard davon eine ganze Menge. Es stärkt die geistliche Immunabwehr gegen allerlei Unbill. Was ich Ihnen wünsche in diesem Sommer, ist, dass Ihr Glauben genauso zuverlässig gedeiht wie der Giersch am Zaun zu Ihrem Nachbarn. Es ist ja eine schöne Vorstellung, dass Gott die Zuversicht und das Vertrauen in ihn über Nacht ebenso wachsen lässt wie dieses Unkraut mit seinen hartnäckig verzweigten Wurzeln.
Gott befohlen!
Ihre Pfarrerin Annette Müller

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